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Lektürenotiz: Will Durant, "Das Zeitalter des Glaubens. Eine Kulturgeschichte des Mittelalters"

Will Durants "Kulturgeschichte des Mittelalters" ist mit ihren rund 1200 eng bedruckten Seiten selbst schon ein monumentales Werk, aber ihrerseits nur Teil eines umfassenderen Zyklus, der vielbaendigen, von der Antike bis ins 19. Jahrhundert reichenden "Kulturgeschichte der Menschheit", die Durant im Laufe von 40 Jahren verfasste - das wahrscheinlich umfassendste kulturhistorische Ubersichtswerk, das es bisher gibt.
Der "Das Zeitalter des Glaubens" betitelte Mittelalterband umfasst die Zeitspanne vom christianisierten spaetroemischen Reich des 4. Jahrhunderts bis zur Spaetmittelalter und fruehe Neuzeit einleitenden Krise des 14. Jahrhunderts. Durant beschraenkt sich dabei nicht auf Westeuropa, wahrend eines grossen Teils der behandelten Periode schliesslich nur ein halbbarbarisches Peripheriegebiet, sondern skizziert die Entwicklung der drei grossen Kulturkreise, die sich auf dem Gebiet des einstigen roemischen Reiches entwickelt haben: Die lateinisch-katholische Kultur des Westens, die griechisch-orthodoxe Kultur von Byzanz im Osten und die arabisch-islamische Kultur des Suedens und Suedostens, wobei der historischen und kulturellen Entwicklung der islamischen mittelalterlichen Welt immerhin etwa 300 Seiten gewidmet werden, Byzanz allerdings etwas stiefmuetterlich behandelt wird. Dazu kommt ein umfangreicher Exkurs zur Religions-Geistes- und Sozialgeschichte der juedischen Minderheiten in Europa.

Durant ist kein systematischer Historiker und erst recht kein Geschichtsphilosoph, sondern eher ein Kompilator, der sich eine ungeheure Masse an Wissensstoff erlesen hat, aus diesem aber kaum irgendwelche interessanten Schlussfolgerungen zieht. Das ganze Buch ist voller interessanter Fakten und Anekdoten, und einige Partien wie die Portraets mittelalterlicher arabischer und christlicher Philosophen, Wissenschaftler und Dichter sogar sehr gelungen. Aber es fehlt irgendwie der rote Faden, es wirkt, als haette Durant keine Auswahl getroffen, sondern einfach alles aufeinandergeworfen, was er an relevanten oder irrelevanten Tatsachen ueber eine Epoche hat finden koennen, und eine Synthese fehlt, ebenso wie sozial- und wirtschaftshistorische Erklaerungsversuche fuer geschichtliche Entwicklungen, wie ihn ueberhaupt Wirtschafts- und Sozialgeschichte deutlich weniger interessieren als Kunst- und Geistesgeschichte. Wo er doch mal zu einer eigenen Erklaerung ansetzt, laeuft es meist auf bloede Flachheiten ueber "Nationalcharakter" und Aehnliches hinaus. Ein seltsames Buch, eher ein Steinbruch aller moeglichen interessanten und uninteressanten historischen Tatsachen und keine ausgearbeitete historische Darstellung.

4.3.17 08:54
 
Letzte Einträge: Lektürenotiz: Marc Frey, "Geschichte des Vietnamkriegs", Lektürenotiz: Jacques le Goff, "Das Hochmittelalter" (Fischer Weltgeschichte Band 11), Lektürenotiz: Barbara Tuchman, "Der ferne Spiegel. Das dramatische 14. Jahrhundert", Lektürenotiz: Karl Kautsky, "Die Klassengegensätze im Zeitalter der französischen Revolution", Lektürenotiz: Paul Nolte, "Hans-Ulrich Wehler. Historiker und Zeitgenosse"


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