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Lektürenotiz: Karl Kautsky, "Die Klassengegensätze im Zeitalter der französischen Revolution"

Neben Friedrich Engels war Karl Kautsky, nach dem Tod des ersteren bis zum ersten Weltkrieg allgemein als theoretischer "Papst des Marxismus" anerkannt, mit seinen zahlreichen historischen Schriften der wichtigste Autor in der Popularisierung der materialistischen Geschichtsauffassung. Neben Engels' Anti-Dühring und dem "Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates" gehörten Kautskys populäre Geschichtsbücher zu den meistgelesenen theoretischen Werken unter sich fortbildenden sozialdemokratischen ArbeiterInnen und trugen sehr viel zur Verbreitung materialistischer Vorstellungen im Geschichtsbild der Öffentlichkeit bei - so viel, dass Kautsky im Vorwort der 1908 erschienenen zweiten Auflage seines erstmals zum hundertjährigen Revolutionsjubiläum 1889 veröffentlichten Büchleins zu den Klassengegensätzen in der französischen Revolution feststellen konnte, materialistische Geschichtsbetrachtung sei mittlerweile so verbreitet, dass es inzwischen weniger um deren bloße Propagierung gehe, sondern eher um ihren Schutz vor Verflachung durch VulgärmarxistInnen. In Bezug auf die französische Revolution bedeute das vor allem, die schematische Vorstellung zu korrigieren, in dieser habe ein einheitlicher reaktionärer Block aus Adel und Klerus einem einheitlichen progressiven Block des dritten Standes gegenübergestanden. Tatsächlich aber seien diese Lager in sich höchst heterogen gewesen, die herrschenden Klassen nicht zuletzt aufgrund ihrer Uneinigkeit und inneren Zersplitterung unterlegen und auch die Bourgeoisie kein homogenes Subjekt gewesen, sondern geteilt in eine sich mit dem ancien regime solidarisierende Elite und eine breite, demokratisch orientierte Mitte und Basis. Kautskys kleines Buch ist nun keine chronologische Geschichte der Revolution, sondern ein essayistisches, skizzenhaftes Porträt der verschiedenen Klassen Frankreichs und innerhalb dieser ihrer Fraktionen und wie deren unterschiedliche sozioökonomische Stellung ihre unterschiedliche politische Positionierung in der Revolution bedingt.
Auch nach knapp 130 Jahren noch eine ganz nette Einführung in die der Revolution zugrundeliegenden Klassenkonflikte, muss man jetzt aber auch nicht unbedingt lesen - besser gleich zu einer umfassenden neueren marxistischen Geschichte der Revolution greifen wie bspw. der großartigen Darstellung Albert Sobouls.
11.3.17 17:36
 
Letzte Einträge: Lektürenotiz: Will Durant, "Das Zeitalter des Glaubens. Eine Kulturgeschichte des Mittelalters", Lektürenotiz: Marc Frey, "Geschichte des Vietnamkriegs", Lektürenotiz: Jacques le Goff, "Das Hochmittelalter" (Fischer Weltgeschichte Band 11), Lektürenotiz: Barbara Tuchman, "Der ferne Spiegel. Das dramatische 14. Jahrhundert", Lektürenotiz: Paul Nolte, "Hans-Ulrich Wehler. Historiker und Zeitgenosse"


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