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Die Rechten können ja nichtmal richtig Deutsch!

Wenn studentische und akademische Linke sich in ganz diesem Thema gewidmeten Facebookgruppen zusammenschließen, um Rechtschreibfehler und unbeholfene Ausdrucksweise bei FPÖ-Sympathisantinnen aufzuspüren, sie dafür auszulachen und sich gegenseitig auf die Schulter zu klopfen, doch glücklicherweise zu den staatlich zertifiziert klügeren Köpfen zu gehören, die mit solchem Gelumpe nichts zu schaffen haben, ist das nicht einfach nur eklig (Wobei ihnen auch entgeht, dass man durchaus mit akademischem Titel in der Tasche und in korrekter Rechtschreibung den größten Unsinn und in fehlerhaftem Deutsch richtige und kluge Feststellungen formulieren kann wie überhaupt der formale Ausbildungsgrad eines Menschen in erster Linie Indikator seiner Klassenherkunft und nicht seiner intellektuellen Begabung ist).

Diese Leute begreifen auch nicht, dass sie damit die durchschlagend wirksamste Werbung für die FPÖ betreiben, die man ihr überhaupt bescheren kann. Wodurch ist es denn der FPÖ (Wie auch dem FN in Frankreich) gelungen, von einer Kleinpartei rechtsextremer HonoratiorInnen zu einer Massenpartei zu werden, die inzwischen auch einen großen und ständig wachsenden Anhang von Proletarierinnen, SubproletarierInnen und ruinierten oder von Deklassierung bedrohten Kleinbürgerinnen besitzt? Dadurch, dass sie zwar tatsächlich weiterhin Politik für gutsituierte bürgerliche Honoratioren betreibt, nach außen hin aber den Anschein zu erwecken sucht, die WAHRE, einzig ehrliche Interessenvertretung der "kleinen Leute", der unter die Räder gekommenen Massen zu sein - die Linke sei demgegenüber nur eine Bande von Heuchlern, die die niedergehaltenen Massen lediglich als Stimmvieh bräuchten, um sich ein bequemes, hochprivilegiertes Leben auf Staatskosten zu verschaffen und hinter den Kulissen den dreckigen Pöbel zu beschimpfen und zu verhöhnen, der so dumm ist, sie immer wieder nach oben zu bugsieren.

Wenn man die "Linke" gleichsetzt mit den Grünen und der sozialdemokratischen Bürokratie, ist es angesichts deren totaler Degeneration auch kein Wunder, dass Millionen Menschen in Österreich, Frankreich und anderswo diese Behauptungen sehr glaubwürdig finden, und es ist auch kein Wunder, dass die neuen rechtspopulistischen Großparteien wie FPÖ in Österreich und FN in Frankreich in erster Linie Sozialdemokratie und Grüne als Vertreter einer dem Proletariat total entfremdeten Oberschichts-Linken angreifen und nicht so sehr klassenkämpferische Marxistinnen links dieser Parteien: Die neuen Rechten wissen, dass die Arbeiterinnen denen überwiegend einfach indifferent gegenüberstehen, weil sie sie gar nicht kennen, oft nichts von deren Existenz wissen, solange revolutionäre Marxistinnen in keinem großen Medium jemals eine Plattform erhalten. Würden FPÖ, FN und Co klassenkämpferische, aufrichtige Marxistinnen ins Licht der Öffentlichkeit ziehen und diesen damit die Gelegenheit geben, ihre Verleumderinnen vor einem Millionenpublikum mit offenem Visier zu bekämpfen, dann würden die ganzen Lügen und Verhetzungsmanöver der Rechten ganz schnell in sich zusammenfallen. Indem man als "DIE Linke" immer wieder in erster Linie Sozialdemokratie und Grüne präsentiert, machen die Rechten es sich leicht, "DIE Linken" tatsächlich als einen Haufen zynischer Karrieristinnen zu präsentieren, die die Massen in Wirklichkeit verachten (Es ist ja auffallend, dass bspw. auch in Frankreich der FN Sozialdemokratie und Grüne weitaus offensiver bekämpft als den Front de Gauche, den man bei allen reformistisch-opportunistischen Neigungen der Parteiführungen bei Weitem nicht so einfach und glaubwürdig als zynischen Haufen reicher Karrieremacher präsentieren kann wie Hollandes "sozialistische" Bande, und ich wette, dass auch die FPÖ eine eventuelle neue österreichische linke ArbeiterInnenpartei eher zu ignorieren versuchen und ihre Hauptangriffe weiterhin gegen SPÖ und Grüne richten würde, weil sie wissen, dass sie in einem öffentlich geführten Duell gegen echte Sozialistinnen in den Augen unentschlossener Proletarierinnen und SubproletarierInnen eher beschämend abschneiden würden).

Und hier kommen die elitären Neigungen der arroganten akademischen Linken mit ihrem "Hihihi, diese rechten Prolls können nichtmal richtig Deutsch!" ins Spiel. Mit diesem Auftreten liefern sie in den Augen der vielleicht noch unsicheren, schwankenden Sympathisantinnen der FPÖ aus proletarischen und subproletarischen Schichten den glänzendsten Beleg dafür, dass das, was Strache und Kickl über die Linken sagen, ja offensichtlich WIRKLICH wahr ist: Die "Linken", das sind offensichtlich gutverdienende, studierte Leute aus besserer Familie, die von uns gewählt werden wollen, um durch interne Vetternwirtschaft fette staatliche und staatsnahe Posten abzusahnen und uns auslachen, wenn wir so blöd waren, ihnen wieder den Gefallen zu tun und auf ihre Phrasen hereinzufallen. Die "Linken", die sich in solchen Gruppen auf ihre mutmaßliche geistige Überlegenheit einen runterholen (Eine traurige "geistige Überlegenheit" übrigens, die sich gar nicht auf den INHALT dessen beruft, was man zu sagen hat, sondern nur auf die FORM, in der man es ausdrückt), betreiben aktive Wahlwerbung für Kickl, Philippot und Co.

Die Aufgabe echter Sozialistinnen, die etwas politisch Sinnvolles tun wollen, bestünde darin, die Täuschungsmanöver von FN, FPÖ und Co aufzudecken und zu zeigen, dass sie in Wirklichkeit das genaue Gegenteil einer Interessenvertretung der einfachen Leute sind. Wenn man die aus Perspektivlosigkeit zu den Blauen übergegangenen ArbeiterInnen nicht beleidigen und endgültig in Straches Arme treiben, sondern zurückgewinnen will, braucht es vor allem eines: Aufklärungsarbeit darüber, dass die FPÖ nur eine Scheinalternative ist und alles andere als eine Anti-Establishment-Partei. Man muss aufzeigen, dass die FPÖ dominiert wird von reichen, elitären Bürgerlichen, die überall dort, wo sie die praktische Gelegenheit erhalten, eine noch viel antisozialere, arbeiterinnenfeindlichere Politik durchsetzen als SPÖ und ÖVP. Man muss aufzeigen, dass der Versuch der FPÖ, die ArbeiterInnen und Armen in "echte ÖsterreicherInnen" und "AusländerInnen" zu spalten, nichts ist als ein Manöver zur Schwächung der ArbeiterInnenklasse und damit zur Stabilisierung der Herrschaft der Reichen und Privilegierten. Man muss schließlich - siehe Kärnten! - aufzeigen, dass die FPÖ-FunktionärInnen alles andere als edle Ritter sind, die aus ideellen Gründen die Macht anstreben, sondern eine tiefkorrupte Clique, die die öffentlichen Kassen als Selbstbedienungsladen für sich und ihre Freunde benutzen wollen.

Die "Hihihi, lernt mal Rechtschreibung!"-"Linken" tun das genaue Gegenteil: Sie verkünden explizit oder implizit öffentlich, dass Strache und Kickl mit ihren Behauptungen völlig Recht haben und die FPÖ TATSÄCHLICH die Interessenvertretung der unteren Klassen sei, man das aber gerade als schweren Makel betrachtet und als guten Grund, sich DESWEGEN scharf von der FPÖ zu distanzieren. Was sie dabei nicht begreifen: Wenn die FPÖ wirklich die Interessenvertretung der Masse der Proletarierinnen und SubproletarierInnen gegen die bürgerlich-akademischen Eliten wäre, dann wäre sie nach jeder halbwegs sinnvollen links-rechts-Definition die einzige echte linke Großpartei in Österreich und müssten alle Sozialistinnen sie aktiv unterstützen. Der Grund, warum man die FPÖ bekämpfen muss, besteht darin, dass sie das eben NICHT ist, dass sie tatsächlich die den Arbeiterinnen und Armen feindlichste aller großen Parteien ist, aber um das einzusehen, müsste man Linkssein nicht als eine Lifestyle-Mode für coole Leute verstehen, sondern als Parteinahme im Klassenkampf für die Ausgebeuteten.

22.5.15 12:37
 
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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Marin (2.9.15 22:27)
Danke für diesen Aufsatz. Ich habe diese und ähnliche Beobachtungen, die du oben ausformulierst, oft schon selber gemacht. Der Text gehörte eigentlich in Zeitungen mit großer Reichweite.

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